07.01.2011
09:00

Eltern bereiten Berliner Notenhölle vor

Eltern: Grundschulnoten verstoßen gegen Gleichheitsgrundsatz

Eltern fühlen sich und ihre Lieben ungerecht behandelt. Das wäre keine Nachricht wert. Denn das ist bei überspannt Bürgerlichen täglich zu beobachten, egal, ob sie sich bei Kaisers an der Schlange vordrängeln oder an der Parklücke Stress machen.

Diese neue Berliner Noten-Initiative aber hat es in sich: Wenn Bildungssenator Zöllner den Vorschlag einer gerechten Mutter berücksichtigt, dann ist die Schule in Berlin kaputt!

Man versucht gerade mühsam den Schulen das selbständige Gehen beizubringen. Sie sollen sich selbst Profile geben, um dann gute Schule zu machen. 

Zentrales Notenraster

Wer jedoch ein zentrales Notenraster einrichtet, der schlägt den Schulen und ihren Rektoren mit dem Baseballschläger vor die Knie. Erstens muss man sich dann wieder an zentralistische Vorgaben halten - das wird jede eigene Initiative kaputt machen. Zweitens wird dies auch noch mit dem scharfen Schwert der Note getan. Es ist gerade Ziel des neuen Lernens von den unsäglichen Noten wegzukommen.

Der Strenge-Schule-Faktor, den die Thalia-Schule vorschlägt, ist im übrigen nichts anderes als ein white-middle-class-Bonus. Überall da, wo geordnete Verhältnisse herrschen und streng benotet wird, gibts einen Creditpunkt. Überspitzt gesagt: Schulen in Pankow und Dahlem bekommen einen Bonus für ihre Kinder, Neuköllner, Kreuzberger und Weddinger werden mit einem Handikap versehen. Wieso nicht einfach sagen: In Pankow nur noch Gymnasien - in Kreuzberg nur noch Hilfsschulen?

Warum müssen Eltern Schule kaputt machen - anstatt ihr zu helfen?

Aber, lesen sie das Ansinnen der Eltern selbst:

Dokumentation

Eilig: Noten an Berliner Grundschulen widersprechen dem Gleichheitsgrundsatz – Eltern bereiten Klage vor

Sehr geehrter Herr Dr. Zöllner,  6. Januar 2011

als Gesamtelternvertreterin der Thalia Grundschule in Friedrichshain wende ich mich heute in einer sehr dringenden Angelegenheit Hilfe suchend an Sie:

Im Land Berlin kann jede Grundschule über ihre Fach- und Gesamtkonferenzen die Benotung bei Klassenarbeiten eigenständig festlegen. In Brandenburg zum Beispiel ist die Benotung durch eine Verordnung fest gelegt. Bislang hat das uns Eltern nicht weiter gestört. Jetzt aber, durch das geänderte Schulgesetz, bekommt diese Regelung eine neue Brisanz.

100 von 196 Oberschulen wählen in wenigen Tagen ihre zukünftigen Siebtklässler ausschließlich nach deren Grundschulnoten aus, 14 weitere nach Noten und Tests. Diese Zensuren der Berliner Grundschüler sind aber nicht vergleichbar, da, s.o., völlig unterschiedliche Kriterien gelten.

Nach unseren Recherchen werden zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler der Thalia Grundschule im Vergleich zu anderen Kindern unseres Bezirkes extrem streng benotet.

100 %            Note 1
99-90%          Note 2
89-70%          Note 3
69-50%          Note 4
49-30%          Note 5
ab 29%          Note 6

In anderen Grundschulen bekommen Kinder z.B. noch bis 80% eine Zwei, bis 60% eine Drei.

Die Durchschnittsnote der Förderprognose der Thalia-Kinder ist deshalb teilweise um 0,5 Punkte schlechter als die anderer Schüler. Verschärfend kommt hinzu, dass im Sommer ein anderthalbfacher Jahrgang auf die Oberschulen drängt.

Nach Auskunft der umliegenden Einrichtungen in Friedrichshain werden für diese Schülermassen jedoch kaum zusätzliche Klassen eingerichtet. Dadurch sind die Chancen unserer Kinder, einen Platz auf einer begehrten Schule zu bekommen, noch einmal geringer als die anderer SchülerInnen.

In den letzten anderthalb Jahren haben wir Elternvertreter deshalb wiederholt und heftig mit unserem Kollegium in allen Gremien gerungen. Wir wollten das Problem direkt und verbindlich mit den Betroffenen lösen. Leider hatten wir dabei nur mäßigen Erfolg.

Einzelne Eltern bereiten nun eine Klage auf Feststellung der Gleichwertigkeit verschiedener Benotungsmaßstäbe bei Grundschülern vor.

Bevor es so weit kommt, wenden wir uns noch einmal an Sie:

Wie können Sie uns garantieren, dass unsere Kinder beim Zugang zu den Oberschulen gleich behandelt werden wie Kinder aus anderen Berliner Grundschulen mit anderem Benotungsmaßstab?

Wir Elternvertreter könnten uns zum Beispiel vorstellen, dass die Noten der Grundschüler mit einer Gewichtung versehen werden, je nachdem wie streng diese Schulen benoten. So einen Faktor gibt es z.B. bei Abiturnoten aus den verschiedenen Bundesländern, wenn es um die Vergabe von Studienplätzen geht.

Wie Ihre Sprecherin Beate Stoffers gegenüber der Berliner Zeitung bestätigt hat, wird die Sekundarstufe-I-Verordnung in Kürze geändert (Geschwisterkinder sollen nicht mehr zu den Härtefällen zählen). In diesem Zusammenhang wäre doch auch sicherlich eine Änderung in Sachen Durchschnittsnote der Förderprognose möglich.

Über eine baldige Rückantwort würde ich mich sehr freuen. Natürlich stehen wir Elternvertreter auch jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung

Mit erwartungsvollen Grüßen

Gesamtelternvertreterin

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19.01.2013
Besuchen

Eltern bereiten Berliner Notenhölle vor...

baidu censor
25.04.2013
baidu censor

Some countries censor Internet content and not just rogue regimes such as the Iranian mullocracy. Poor people! http://www.baidu.com...

baidu
07.05.2013
baidu

baidu http://www.baidu.com...

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